Er ist weit über seine Sportart, den Triathlon, hinaus bekannt und jeder der den Namen schonmal gehört hat verbindet mit diesem Leidenschaft, Ehrgeiz und Erfolge - Jan Frodeno. Der deutsche Triathlet und gewann er nicht nur 2015 und 2016 die Weltmeisterschaften beim Ironman Hawaii, sondern auch die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Zudem hält "Frodo" auch noch den aktuellen Triathlon Weltrekord mit 7:35:39 Stunden, welchen er bei der Challenge Roth 2016 aufgestellt hat.

Doch wie kommt man zum Triathlon und was bedeutet der Sport für den Profiathleten Jan Frodeno? Wie geht der, der bereits alles gewonnen hat mit Schmerzen um und was treibt ihn immer wieder zu Höchstleistungen an? All diese Fragen und noch einige mehr konnten wir ihn für euch beim offiziellen ASICS Metaride Launch Event in Amsterdam fragen:

Keller Sports: Für die allermeisten ist ein IronMan undenkbar und vielleicht sogar ein bisschen verrückt. Wie kommt man zu dieser Sportart? Wie hast du angefangen?

Jan Frodeno: Während meiner Zeit als Rettungsschwimmer in Kapstadt habe ich einen Triathleten kennengelernt und dieser hat mich direkt inspiriert, mit diesem Sport anzufangen. Er ist für Südafrika bei den Olympischen Spielen in Sydney an den Start gegangen. Da mich die Olympischen Spiele schon immer fasziniert haben, wurden somit diese beiden Punkte für mich verbunden und so begann für mich meine Triathlon-Reise.

Keller Sports: Was bedeutet der Sport für dich?

Jan Frodeno: Sport ist für mich eine Mischung aus Leidenschaft, Sucht und Vergnügen. Sämtliche Emotionen kann ich für mich mit Sport beschreiben und Sport wird mich auch lange über meine Karriere hinaus begleiten. Jan Frodeno Ironman Weltmeister Hawaii Keller Sports: Gibt es eine Lieblingsdisziplin beim Triathlon? Oder macht es erst die Mischung zu dem, was es ist?

Jan Frodeno: Schwimmen ist super, um eine körperliche Fitness zu bekommen. Jedoch bekomme ich beim Radfahren und Laufen das gewisse Freiheitsgefühl, was ich inzwischen immer mehr suche.

Keller Sports: In deinem Buch „Eine Frage der Leidenschaft“ sagst du viel zu dem Umgang mit Schmerzen und wie einem mentale Stärke dabei helfen kann. Wie kann man sich das genauer vorstellen?

Jan Frodeno: Grundsätzlich muss ich erst einmal sagen, dass Schmerz nichts Negatives ist. Es ist ein positives Signal des Körpers. Der Körper signalisiert einem damit, dass etwas nicht im Gleichgewicht ist und zeigt dir damit eine Grenze auf.

Mit dieser Grenze zu spielen, um zu sehen, wo genau diese liegt, ist für mich die größte Herausforderung und bereitet mir auch viel Spaß beim Sport. Mit dem Punkt, an dem man denkt „Mir reicht es jetzt so langsam.“, ist aber noch lange nicht der Punkt erreicht, wo im Körper etwas kaputt geht. Zu schauen, wie weit ich mich pushen und verbessern kann, ist für mich der große Anreiz im Training.


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Keller Sports: Wie genau trainierst du deine mentale Stärke? Nimmt das einen großen Teil deiner Trainingsroutine ein?

Jan Frodeno: Natürlich kann ich nicht in jeder Trainingseinheit an diese Schmerzgrenze gehen, da es auch mental sehr zehrend ist. Mit dem täglichen Training bereite ich mich darauf vor, um im Wettkampf auch an diese Grenze gehen zu können.

Keller Sports: Du hast im Triathlon eigentlich schon alles gewonnen. Olympiasieger, Weltmeister, Europameister, Weltbestzeit… Was war für dich persönlich der schönste Erfolg?

Jan Frodeno: Ich habe schon echt das Glück, viele schöne Momente in meiner bisherigen Karriere erlebt zu haben. Aber wenn ich mir ein Rennen heraus suche, dann sind es immer noch die Olympischen Spiele 2008.

Keller Sports: Und nach all den Erfolgen: Was treibt dich noch an und was motiviert dich dazu, immer weiter zu machen?

Jan Frodeno: Inzwischen sind es der sportliche Ehrgeiz, der Kampf Mann gegen Mann und die Möglichkeiten, die mir der Sport bringt. Dass ich meiner Familie tolle Werte weitergeben kann und die Lebensart, als Sportler leben zu können. Man spricht immer davon, wie hart es ist, aber im Endeffekt macht es mir viel Spaß und dadurch ist es für mich deutlich weniger Aufopferung als mancher denken mag.

Keller Sports: Was sind deine nächsten Ziele? Hast du schon Olympia 2020 im Kopf?  ASICS Triathlon Frodeno Jan Frodeno: Der Olympia-Zug ist für mich abgefahren, da wir in Deutschland aktuell eine Vielzahl von jungen, hungrigen Athleten haben, die um die Startplätze kämpfen. Ich muss auch ehrlich sagen, dass das Feuer Olympia nicht mehr ganz so groß ist, wie es einmal war.

Keller Sports: Wann und wo ist dein nächster Wettkampf geplant?

Jan Frodeno: Für mich startet die Saison nächsten Monat in Oceanside, Kalifornien. Danach stehen weitere Rennen in Deutschland an.

Keller Sports: Nachdem wir hier bei ASICS, einem deiner Partner, sind, wollen wir noch über deine Ausrüstung reden. Welche Rolle spielt für dich die richtige Ausrüstung? Und was ist für dich der perfekte Laufschuh?

Jan Frodeno: Während meiner 16 Jahre bei ASICS habe ich bereits alle Höhen und Tiefen miterlebt und arbeitete immer noch mit den gleichen Leuten zusammen. Das ist in dieser Form wirklich abgefahren. Genau diese Konstanz benötigte ich auch bei meiner Ausrüstung. Sie muss robust sein aber gleichzeitig auch komfortabel, um mit mir Kilometer zu schrubben.

Ich laufe 4.500 Kilometer im Jahr und da ist Verletzungsvorbeugung ein wichtiger Faktor. Auch das Thema Speed ist sehr wichtig bei mir, denn mein Wettkampfschuh wiegt 210g und das ist auf 77 Kilo verteilt gar nicht mal so viel. Um da richtige Mischung zu finden, unterstützt mich ASICS sehr gut.

Keller Sports: Läufst du spezielle Laufschuhe?

Jan Frodeno: Vom Prinzip her sind es Standardschuhe bezogen auf Material, jedoch sind diese auf Länge und Breite auf meine Füße angepasst. Zusätzlich besitzen diese eine kleine extra Polsterung für mich, aber wie gesagt: ansonsten sind es ganz normale Laufschuhe von der Stange. Frodeno ASICS Ironman Keller Sports: Vielen Dank Jan! Wir freuen uns, dich bei der Ironman-70.3-WM in Nizza, der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii und vielen weiteren Events am Start zu sehen und wünschen dir für dein privates und sportliches Jahr viel Erfolg!

Credits: Jan Lau